Nun ist er wieder da, der König, auf den Afghanistan so lange gewartet hat. Am 18. April brachte ihn das Flugzeug aus dem römischen Exil nach Kabul.

Natürlich kommt der fast 90-Jährige nicht als regierender Monarch, sondern kehrt (vorerst) nur ganz privat zurück. Seit 1973 hat er sein Land nicht mehr betreten - der Mann, dem Afghanistan, glaubt man westlichen Presseberichten, einst ein wahrhaft Goldenes Zeitalter verdankte ...

Doch wie sah seine Regentschaft wirklich aus, wer war dieser König eigentlich?

Al Mutawakale Alal Lah (auf Gott vertrauend) Mohammed Zahir Schah, Padischah Afghanistan, so lautete einst sein Name samt Titel. Geboren am 15. Oktober 1914 in Kabul, entstammt er dem paschtunischen Stamm der Mohammed Saei aus der Gegend von Kandahar, einer Dynastie, die seit dem 18. Jahrhundert Afghanistan beherrscht hat.

Nach seiner Schulzeit in Kabul wurde er zur Weiterbildung nach Frankreich geschickt. Dort lebte sein Vater, General Mohammed Nadir, der Anfang der zwanziger Jahre Afghanistan in Paris vertrat. Dieser war jedoch bald mit König Amanullah zerstritten, der sein Land 1919 aus britischer Kolonialherrschaft in die Unabhängigkeit geführt hatte. Vor allem Amandullahs Reformpläne - ob nun zur Frauenbildung, zur Abschaffung der Polygamie oder zur Einschränkung der Macht der Geistlichkeit - behagten dem Botschafter-General nicht. Mohammed Nadir nahm seinen Abschied und genoss fortan das schöne Leben in Nizza.

1929 wurde Amanullah mit britischer Hilfe und Unterstützung der erzkonservativen Mullahs gestürzt. Der neue Herrscher Batschae Saqau, ein krimineller Despot, hielt sich allerdings nicht lange

noch im selben Jahr 1929 ließen ihn seine stillen Kombattanten fallen, holten General Mohammed Nadir zurück nach Afghanistan und machten ihn zum König. Unter seiner Regentschaft durfte die Geistlichkeit wieder schalten und walten, wie sie wollte. Sein Sohn und Thronfolger, Prinz Mohammed Zahir, absolvierte derweil die Kriegsschule in Kabul und wurde 1932, mit 18 Jahren, zum stellvertretenden Kriegs- und 1933 zum Erziehungsminister ernannt.