Das Problem "fehlender" Sonnen-Neutrinos, das Physiker seit rund 30 Jahren quält, ist gelöst. Die rätselhaften Elementarteilchen entstehen bei den Kernfusionsprozessen im Inneren der Sonne und durchdringen in jeder Sekunde zu Abermilliarden die Erde - praktisch, ohne Spuren zu hinterlassen.

Nur mit aufwändigen Experimenten in riesigen Wassertanks lassen sie sich nachweisen. Doch bislang förderten diese Messungen nur etwa ein Drittel der Neutrinos zutage, die nach der Theorie zu erwarten wären. Nun ist klar: Die flüchtigen Teilchen wechseln ihre Identität. Auf dem Weg von der Sonne zur Erde wandeln sich die Elektron-Neutrinos in Myon- und Tau-Neutrinos um, die bislang irdischen Detektoren verborgen blieben. Forscher des Sudbury Neutrino Observatory in Kanada haben erstmals alle drei Neutrino-Sorten gleichzeitig gemessen und damit den definitiven Nachweis der "Neutrino-Oszillationen" geliefert, den Theoretiker schon lange vermutet hatten (www.sno.phy.queensu.ca). Die Ergebnisse werden demnächst in den Physical Review Letters publiziert.

Wie der Klang glatter wird Der Klang von Blechblasinstrumenten wird wesentlich von der Beschaffenheit der Oberfläche im Innern des Instruments bestimmt. Wie rau das Metall etwa im Verbindungsrohr zwischen Mundstück und Resonanzkörper einer Trompete ist, das nur wenige Millimeter Durchmesser hat, war bisher schwer zu bestimmen.

Schottische Wissenschaftler maßen nun die Rauigkeit mit einer Toleranz von 0,03 Millimetern (Measurement Science and Technology, Bd. 13, S. 750).

"Puls-Reflektometrie" nennt sich ihr Verfahren, bei dem akustische Signale durch das Instrument geleitet und per Computer analysiert werden. Die Forscher hoffen, damit den Klang von Trompeten, Hörnern und Posaunen zu verbessern.

Überleben per Primzahl Eine Zikade in Amerika vermehrt sich alle 13 oder 17 Jahre. Dann verkrümelt sie sich als Larve wieder für exakt 13 oder 17 Jahre unter die Erde. Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Physiologie in Dortmund haben das Rätsel gelöst. Sie entwickelten ein Jäger-Beute-Modell, in dem nur Lebenszyklen, deren Länge eine Primzahl von Jahren ist, stabil sind. Der Vorteil für die Zikade: Sie trifft selten auf Fressfeinde, die beispielsweise alle zwei, drei, vier oder sechs Jahre erscheinen.

Giftige Köstlichkeit Eine rätselhafte Geisteskrankheit grassiert auf der mikronesischen Insel Guam. Viele leiden unter Amyotropischer Lateralsklerose mit parkinsonoider Demenz (ALS-PDS): Der Kranke scheint hellwach zu sein, ist aber völlig abwesend. Der New Yorker Neurologe Oliver Sacks und der hawaiische Botaniker Paul Cox kamen der Ursache auf die Spur (Neurology, Nr. 58, S. 956). Schuld ist der Verzehr von Fledermäusen. Auf Guam wurden "fliegende Füchse" als Delikatesse geschätzt. Doch die Tiere fraßen Palmsamen, die das Toxin Cycad enthielten. Über den Teller gelangte das Gift in den Menschen. Mittlerweile sind die Tiere auf der Insel ausgerottet. Mit unbedenklicher Importware aus Samoa begann das Krankheitsbild zu verschwinden.