Fies, die Aufgabe. Aus ein paar weggeworfenen Drähten und einer Saftflasche muss Kathy Sykes eine Glühbirne bauen. Die Funzel soll sogar unter Wasser funktionieren und die Korallenriffe vor der Karibikinsel Carriacou beleuchten. Doch die Physikerin schafft es. Nach drei Tagen Tüfteln verbreitet eine kuriose Leuchtflasche etwas Licht am Riff, mehr heimelig als hell, aber immerhin.

Sykes' heroische Bastelarbeit ist bald im Fernsehen zu bewundern. Für die Forscher-Robinsonade Rough Science setzte die britische BBC fünf Wissenschaftler auf dem Eiland Carriacou aus, wo sie mit einfachsten Mitteln weitere knifflige Aufgaben lösen mussten: einen Funksender konstruieren etwa, das launische Inselwetter vorhersagen oder Feuerwerk herstellen. Mit den Robinsonaden des Reality-TV hat die BBC-Produktion jedoch wenig gemeinsam.

Bei Rough Science herrscht nicht intriganter Wettbewerb, sondern Teamgeist.

"Wir wollen den Leuten die Wissenschaft näher bringen", sagt Produzent Steve Evanson. "Die Experimente mit einfachsten Mitteln zeigen: Forschung ist für alle interessant, sie ist spielerisch und macht Spaß."

Rough Science ist Aufklärungsfernsehen. Und erfolgreich dazu. Die erste Staffel mit sechs Folgen, gedreht auf der italienischen Insel Capraia, fesselte im vergangenen Jahr zwei Millionen Briten. Ihnen wurde auch Erstaunliches geboten: Der Physiker Jonathan Hare baute aus einer alten Pfanne und einigen Drähten ein Radio. Und Mike Bullivant, ein Chemiker, fertigte Fotopapier - mithilfe von Algen, Meerwasser und einer Meerwasserbatterie.

Inzwischen konnte die BBC Rough Sience an zahlreiche ausländische Sender etwa in den USA, Frankreich oder China verkaufen. Und in der Fortsetzung aus Carriacou - Start am 7. Mai auf BBC 2 und am 7. Juli auf BBC Prime - kann man dann auch Kathy Sykes in der Ruine einer ehemaligen Kalkfabrik, die den Forschern als Labor genügen musste, bei der Glühbirnenbastelei bewundern.

"Zuerst suchte ich unter den Abfalldrähten in der Fabrik jenen heraus, der am besten glühte", erzählt sie. Unter Strom gesetzte Drähte haben die unangenehme Eigenschaft, wegen des Sauerstoffs in der Luft zu schnell zu verglühen. Deshalb musste Sykes die Saftflasche frei von Sauerstoff bekommen.