Weniger Zinsen, weniger Schalter, weniger Mitarbeiter: Unsere Banken setzen auf Verschlanken, und wir, die Kunden, sollen uns am besten so reduzieren, dass wir als Person nicht mehr auftauchen, und schon gar nicht mit so altmodischen Zumutungen wie Überweisungen auf Papier oder der Bitte um Bargeldauszahlung. Macht alles die Maschine. Die Deutsche Bank, so lesen wir in der Welt, will nun das Geschäft mit den Privatkunden und mittelständischen Unternehmen grundlegend neu ordnen. Heißt das, dass wir jetzt Hausverbot bekommen? Womöglich. Gemeint sein könnte diese Nachricht aber auch als diskreter Hinweis auf ein ganz reizendes Angebot des bekanntlich kunstversessenen Hauses, das ja seine früheren Bankschalter im Berliner Stammhaus der Kunst à la Guggenheim überlassen und selbst eine große Sammlung als Kapitalanlage aufgebaut hat. Nun können die Kunstfreunde unter den Kunden oder auch Menschen im Internet bei Friends Deutsche Bank ab acht Uhr (da ist noch keine Filiale geöffnet) diese Sammlung kennen lernen, "Chatten mit Künstlern", Vorträge hören zu Ausstellungen, virtuelle Führungen mitmachen, "alte und neue Freunde treffen". To chatter, liebe friends, alte und neue, übersetzt der Langenscheidt mit plappern, schwatzen. Endlich spricht's einer aus. Und das auch noch bargeldlos.