Der Botschafter nahm kein Blatt vor den Mund: "Die Koreaner im Norden tun es.

Die Koreaner im Süden tun es. Die Russen tun es. Die Chinesen tun es. Die Japaner tun es." Donald Gregg, früherer US-Botschafter in Seoul, meinte damit nicht die bevölkerungspolitischen Aktivitäten der angesprochenen Länder. Er wählte den plastischen Vergleich vielmehr, um auf die Unterstützung ganz Asiens für die "Sonnenschein-Politik" Kim Dae Jungs zu verweisen. Die Diplomatie des südkoreanischen Präsidenten hatte im Jahr 2000 ein erstes Gipfeltreffen mit Nordkoreas Präsidenten Kim Jong Il in Pjöngjang ermöglicht und zu einer vorsichtigen Annäherung der getrennten Staaten geführt. Der Einzige, der es "nicht tue", sei Präsident George W. Bush, gab der amerikanische Diplomat einem internationalen Forum auf der südkoreanischen Insel Cheju zu verstehen. Der US-Präsident hatte im Zusammenhang mit dem Antiterrorkrieg Nordkorea zu den Ländern gezählt, die er als "Achse des Bösen" bezeichnete. "Ich kann mir keinen besseren Weg vorstellen, um unseren Einfluss in dieser Region zu beschneiden", so attackierte Gregg das Weiße Haus, "als sich dem unaufhaltsamen Versöhnungsprozess der beiden Koreas entgegenzustellen."