Wenn der Staubsaugervertreter Anton Braun seine Bilanzen vorlegt, bleibt den jungen Schnöseln jedes Mal die Spucke weg. Ihr hättet mich mal früher erleben sollen, sagt er. Heute könne man schon froh sein, wenn man an einem Tag zwei von den Dingern loswürde. Und wie fies die Leute seien: VERSCHWINDE!

VERGESSEN SIE ES! VERPISS DICH! Dass man nichts auf die Fresse bekam, war alles. Tja, der Mensch wird ungemütlich, wenn die Kurse fallen. Andererseits, wer jetzt einen Staubsauger verkauft, der wird noch viele verkaufen.

18.00 Der Staubsaugervertreter Anton Braun vergleicht die Namen auf dem Briefkasten mit denen auf seiner Liste. R. G. & B. S. Die sind neu hier. Also dann. Schnell noch zwei Züge an der Kippe, schnipp und weg damit, dann ausatmen, einatmen und - klingeln. Er wartet und horcht. Nichts. Der nächste Flop. Er klingelt noch einmal.

18.02 Die Tür wird von einem Mann geöffnet, den Braun auf Mitte 40 schätzt und dem er auf Anhieb ansieht, dass er keinen Lottogewinn erwartet.

Schlimmer, er sieht aus wie ein Mann, der nicht mal an einen Lottogewinn glaubt. Ein Nihilist, seufzt Braun innerlich, die Plage der Zunft. Der Mann sieht ihn an wie einen Zeugen Jehovas. Was gibt's?

Am besten, man lässt gleich die Hose runter. Guten Tag, Herr G., mein Name ist Anton Braun, sagt er, ICH KOMME VON VORWERK. Für alles, was ab jetzt geschehen wird, wird es immer nur zwei Möglichkeiten geben: ja oder nein, null oder eins, gut oder böse, raus oder rein.

18.03 Ganz hinten im Kopf von G. macht es klick. Es macht so laut klick, dass Braun hört, wie die Mechanik einrastet und im Umkreis von zwei Kilometern den Katastrophenschutz alarmiert. Ich brauche keinen Staubsauger.