Erst in vier Wochen ist Eröffnungsspiel, aber für die Sportkonzerne hat die Fußballweltmeisterschaft längst begonnen. Alle paar Minuten schwitzen Stars wie der Portugiese Luis Figo oder der Engländer David Beckham in Fernsehspots für ihre Sponsoren Nike oder adidas. Die Arbeiterinnen in asiatischen und lateinamerikanischen Fabriken schwitzen auch, nur für weniger Geld. Die niedrigen Löhne und oft schlechten Arbeitsbedingungen in den Schuh- und Kleiderfabriken der Dritten Welt stehen seit langem in der Kritik von Globalisierungskritikern. Erstmals haben sich nun auch prominente deutsche Sportler zu Wort gemeldet, die sich ob ihrer finanziellen Abhängigkeit von den Konzernen bisher zurückhielten. Auf einem Kongress der "Kampagne für saubere Kleidung" (Motto: "Fit for Fair") an der Deutschen Sporthochschule in Köln wollen sie mit Managern von adidas, Nike und Puma, Vertretern des Deutschen Sportbunds sowie Arbeiterinnen aus Indonesien und El Salvador diskutieren. Unter den Unterstützern sind neben anderen die Hochsprung-Olympiasiegerin Heike Henkel, Handball-Nationalspieler Volker Zerbe und Rudi Assauer, Manager von Schalke 04. Der Zigarrenraucher hatte über den Sportpfarrer des Vereins von dem Kongress erfahren. Und sagt: "Fit for Fair sollte nicht nur auf dem Spielfeld gelten, sondern auch für die Arbeitsbedingungen, unter denen Sportbekleidung hergestellt wird."