So wunderbar sah es für die amerikanische Filmindustrie lange nicht aus: Die Geschichte vom Studenten mit den klebrigen Eigenschaften - Spider-Man - hat am ersten Maiwochenende alle Kinorekorde gebrochen und inzwischen 354 Millionen Dollar eingespielt. Ziemlich erfolgreich war auch das jüngste Werk von George Lucas - Star Wars. Episode II - Angriff der Klonkrieger -, das es nach drei Wochen schon auf 243 Millionen Dollar Einahmen bringt. Und wenn erst der Streifen Terminator III mit Arnold Schwarzenegger auf die Leinwand kommt, wird das Jahr endgültig zum Ausnahmejahr für die Branche.

Die Hollywood-Produzenten könnten ihre Zukunft in rosigsten Farben malen, wäre da nicht die Nachricht des kleinen Marktforschungsunternehmens Viant aus Boston. Das hat herausgefunden, dass 10 Millionen Menschen versucht haben, sich die zwei aktuellen Kassenschlager aus dem Internet auf ihre Computer herunterzuladen. Ohne dafür zu bezahlen, versteht sich. Zwar verhindert die große Datenmenge eines Kinofilms bisher, dass das Kopieren eine ähnliche Dimension erreicht wie bei Musik. Aber wer etwa mit der Telekom einen Vertrag über eine T-DSL-Leitung und unbeschränktes Surfen eingegangen ist, für den rücken die neuesten Kinohits in greifbare Nähe. Denn es dauert ungefähr eine Nacht lang, einen Film herunterzuladen. Das wird wenige vom Kinobesuch abhalten. Aber werden sie sich auch das Video oder die DVD kaufen? Die Einnahmen daraus machen inzwischen einen guten Teil des Erfolgs eines Kinofilms aus - also doch ein Grund für Hollywood, nicht zu sehr zu feiern.