Die internationale Kunstkarawane macht sich jetzt wieder auf ihre sommerlichen Streifzüge. Hatten sich die Sammler, Kuratoren und Museumsleute vergangenes Jahr bei der Biennale in Venedig Appetit auf Kunstkäufe geholt, so profitiert die 33. Ausgabe der Art Basel in diesem Jahr von der alle fünf Jahre stattfindenden Documenta in Kassel. Ob allerdings die Weltkunstschau sich so marktsperrig geriert wie ihre Vorgängerin im Jahr 1997, ist zu diesem Zeitpunkt noch offen. Immerhin laden die Schweizer Messemacher dort zu einem Brunch ein - Public Relations in eigener Sache.

Voller Optimismus kündigen die Eidgenossen für die Schau vom 12. bis 17. Juni jede Menge inhaltliche, logistische und serviceorientierte Neuerungen an - von einer komplett erneuerten Beleuchtung über das kulturelle Rundumprogramm auf dem Messegelände und in der Stadt bis zur Qualitätspolizei in Person des früheren Berner Museumsdirektors Toni Stoss, der als ständig ansprechbarer Ombudsmann das Niveau überwacht.

Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr - die Art Basel ist der bevorzugte und konkurrenzlose internationale Marktplatz für die Kunst des 20.

und 21. Jahrhunderts. 900 Galerien hatten sich in diesem Jahr um die Teilnahme beworben

und umgekehrt buhlt die Messe um prominente Teilnehmer.

So konnte die Qualität des Reigens von 262 Ausstellern aus Europa, Nord- und Lateinamerika, Australien und Asien mit Werken von rund 2000 Künstlern noch einmal gesteigert werden. Die lang umworbene New Yorker Galerie Zabriskie mit Künstlern wie Marcel Duchamp und Man Ray ist erstmals dabei, ebenfalls Washburn aus New York mit frühen Werken von Jackson Pollock, Mark Rothko und David Smith. Einzelpräsentationen von Francis Bacon (Marlborough Gallery, London) und Andy Warhol (Daniel Blau, München) sollen aber nicht den Blick darauf verstellen, dass die Art Basel aufbauend auf den Klassikern sich ein immer jüngeres Profil zulegt - auch mit den Förderkojen Art Statement und der Sonderschau Art Unlimited, einem Video- und DVD-Studio und zahlreichen Performances, Art Club, Lounge und nächtlicher Disco.

Bis auf eine Ausnahme musste die Art Basel keine Absage hinnehmen. Das spricht für die Courage der Galeristen, weil der verbindliche Anmeldeschluss für die Messe zwei Wochen nach dem 11. September terminiert war.