Nur mal so eben schnell durchgeblättert - und schon was gefunden. Ganz vorne, hier, schau: ein Windwagen, drei Räder und ein Plastiktütensegel. Ganz hinten: ein Leierbrett, vier Ahornzungen und eine Kurbelwelle. Oder in der Mitte: Flitzmäuse rollen auf drei Perlen über den Tisch.

So geht das in diesem Buch, dem Werkbuch Holz. Hier wird nicht gebastelt, hier wird gesägt, geraspelt, geschwitzt, gebohrt, gedübelt, geflucht, geleimt und geschliffen. Und zu guter Letzt bemalt. Ute und Tilman Michalski setzen auf die Farbe als Stimulans für den Bautrieb. Beim ersten Durchblättern ist's ein reichhaltiges Bilderbuch zur Erweckung von Begehrlichkeiten. Und auf den zweiten Blick kommt Sympathie auf: Das alles ist nicht nur schön und interessant, es ist auch machbar. Hier und da mag's schwierig werden, doch es ist zu meistern. Bangemachen bringt nichts. Überschaubar bleibt der Aufwand an Werkzeug und Material.

Noch ein Blick auf die Baumaßnahmen: Autofähre, Stelzen, Holztransporter, ein Turner schwingt am Reck. Dazu Figuren aller Art, besonders schön eine Horde bunter Piraten zum Kegeln. Natürlich auch Lifestyleprodukte: Ablage mit Schlüsselbrett, Nähvogel, Vogelhaus und Schatzschatulle. Kurz und prägnant sind die Anleitungen in Wort und Bild, im Handumdrehen wird aus dem bunten Buch eine Schule der Überlegung und Konzentration. Eine gewisse Ausdauer aber ist gefragt: Fuchsschwanz, Raspel und Sandpapier sind immer im Einsatz. Für Verbindungen, Gelenke und Montage von Rädern ist die Bohrmaschine unerlässlich, eine helfende Hand dürfte da willkommen sein, besonders wenn mit der Lochsäge Räder produziert werden müssen. Sehr beschränkter Einsatz nur für Stemmeisen, die Autoren warnen vor dem scharfen Zeug, korrekt - noch gefährlicher sind allerdings die elend stumpfen Schartenträger. Auf den Schleifstein damit, wenn schon, denn schon.

Auf 40 Seiten wird im Vorspann für Wissen und Kenntnis gesorgt. Holz in allen Facetten, vom Wald bis zur Leimholzplatte, vom Wachstum bis zum Dachstuhl, vom Schädling bis zum Sägewerk. Das endet in einer übersichtlichen Werkzeugkunde, ein freundlicher Appell: Mach's lieber richtig, dann geht's leichter.

Ein kompaktes Buch ist das geworden, nicht überfüllt, weil wohl durchdacht.

Und wer es sich genau ansieht, der merkt, das es über alle Anleitungen hinaus etwas ganz anderes will, etwas ganz Herrliches. "Denk dir doch selbst was aus", lautet die Botschaft aus der Werkzeugkiste.

Ute und Tilman Michalski: