Der Mann, der mir im Juli 1977 im ersten Stock eines grauen Mietshauses in der Lackierergasse in Wien die Tür öffnet, ist flüchtig rasiert. Offenes weißes Hemd, Kassenbrille, schwarze Hosen, Wollsocken in Schnürstiefeln. Er sieht eher aus wie ein Arbeiterveteran. "Haben Sie es gefunden?", sagt er mit einer sehr hellen, scharf konturierten Stimme. "Ein Wunder. Mich kennt hier niemand."

Er geht in die Küche, um Tee zu kochen. Das Parkett knarrt. In zwei einfachen Regalen weniger Bücher als bei jedem Philosophiestudenten, auf dem Sofa die Wolldecke. Der Schreibtisch: ein altes Küchenmöbel, von den gedrechselten Beinen blättert die weiße Farbe. Darauf die Maschine, deren Tasten er seit Jahren nur noch mit Bleistiften drücken kann, die er zwischen die arthritisch gekrümmten Finger klemmt. Eine Exilantenwohnung.