Auch wenn der Aufenthalt im Vakuum alles andere als angenehm ist - zerplatzen würde man nicht. Da ist die Darstellung in Stanley Kubricks Film 2001 schon realistischer. Dort überlebt der Astronaut einen unfreiwilligen Weltraumspaziergang.

Nach der übereinstimmenden Darstellung von Weltraumexperten würde sich die Sache etwa so abspielen: Wenn der plötzliche Druckabfall, der mit dem zu schnellen Aufstieg eines Tauchers vergleichbar ist, keinen Schaden anrichtet, wird der Astronaut nach etwa zehn Sekunden aufgrund des Sauerstoffmangels das Bewusstsein verlieren. Solange das Herz schlägt, wird der Blutdruck einigermaßen aufrecht erhalten. Das Blut beginnt nicht zu kochen, wie es manchmal dargestellt wird. Wenn der Mensch innerhalb einer Minute wieder in eine lebensfreundlichere Umgebung zurückgebracht wird, so besteht eine gute Chance, dass er den Unfall ohne bleibende Schäden überlebt - es hat schon entsprechende Notfälle beim Test von Raumanzügen gegeben. Dauert der Aufenthalt im Vakuum zu lange, so stirbt der Astronaut an Ersticken oder Herzstillstand. Dieses Schicksal erlitt die Besatzung der sowjetischen Raumkapsel Sojus 11, als in ihrem Raumschiff aufgrund eines defekten Ventils ein totaler Druckverlust eintrat.

Ein toter menschlicher Körper, der längere Zeit durchs Weltall triebe, würde auf die Dauer zu einer gefriergetrockneten Mumie. Und die Haut wäre durch die starke UV-Strahlung ziemlich verbrannt. Christoph Drösser

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