So wie die Verbraucherschützer, die immer mal wieder die Beratungsqualität bemängeln. "Häufig wurden den Kunden standardmäßig Produkte verkauft", sagt Wolfgang Scholl vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

So wie die Hedge-Fonds, die mit ihren Wetten gegen die MLP-Aktie den Börsenwert zu Boden prügelten. Von einer Überbewertung der Aktie - Einfallstor für Spekulanten - wollte Termühlen noch im Mai nichts wissen.

"Analysten sehen die MLP-Aktie bei 115 Euro als fair bewertet", sagte er in einem Interview. "Ich übrigens auch." Der Markt scheint seine Meinung geändert zu haben: Am Wochenanfang notierte die MLP-Aktie bei 9 Euro.

Es sind vor allem die Vorwürfe des Anlegermagazins Börse Online, die dem Finanzdienstleister zusetzen. Vereinfacht formuliert, kritisiert das Blatt, MLP lasse sich die hohen Abschlussprovisionen für die verkauften Policen von einem Rückversicherer vorfinanzieren. Das verfälsche die Aussagekraft der Bilanz. MLP lebe heute von den Erträgen von morgen, da ein Teil der Prämienzahlungen der Versicherten im Laufe der Jahre an den Rückversicherer fließe - als Entgeld für den Vorschuss.

Seitdem ist ein bizarrer Streit um die Glaubwürdigkeit des MLP-Zahlenwerks entbrannt. Das Unternehmen zwang dem Magazin zwei Unterlassungserklärungen ab, ging aber nicht gegen den Kernvorwurf des Rückversicherungsgeschäftes vor. Den sollte ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young entkräften, doch dieses Gutachten, sagt Markus Straub von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, belege nur die korrekten Einzelabschlüsse der MLP-Tochterfirmen, widerlege aber nicht den Eindruck, dass der Konzernabschluss kein korrektes Bild der Unternehmenssituation wiedergebe. Eine Sonderprüfung der gesamten Bilanz, wie von Aktionärsschützern gefordert, lehnt MLP ab. "Die Hauptversammlung hat den Jahresabschluss genehmigt", betont ein Sprecher. Auf der Hauptversammlung trat auch ein Mannheimer Professor auf, der die MLP-Bilanz verteidigen sollte - er war MLP-Aktionär.

Dann stellte sich heraus, dass Aktionärsschützer Straub unter Pseudonym für Börse Online schreibt. Allerdings für eine andere Rubrik, wie er betont.

Inzwischen hat eine Rechtsanwältin Strafanzeige gegen Straub und einen Redakteur von Börse Online erstattet, unter anderem wegen Verleumdung. MLP sagt, man habe diese Anzeige nicht initiiert.