Avi Primor, ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland, greift die Palästinenser-Politik des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon scharf an. In der ZEIT wirft er der israelischen Regierung vor, sie wolle, mit Rückendeckung der USA, die Palästinenser nach dem Vorbild des südafrikanischen Apartheid-Regimes in "Homelands" zurückdrängen, winzige pseudoautonome Enklaven, "in denen Gemeinderäte aus Kollaborateuren die Bevölkerung mit dem elementar Notwendigen versorgen".

Dies sei nicht etwa eine Augenblicksidee, sondern eine sorgfältig geplante Strategie, um das Land der Palästinenser annektieren zu können, ohne ihnen Bürgerrechte zu gewähren. Avi Primor war von 1993 bis 1999 Israelischer Botschafter in Deutschland. Gegenwärtig ist er Vizepräsident der Universität Tel Aviv und Vorstandsmitglied der Stiftung zur Entschädigung der Zwangsarbeiter.

Mehrere Monate vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurden mindestens drei der 19 Attentäter vom israelischen Geheimdienst Mossad überwacht, berichtet die ZEIT im "Dossier". Agenten des Mossad hatten sich in einer Kleinstadt in Florida in unmittelbarer Nähe der Attentäter einquartiert. Im Visier des israelischen Geheimdienstes war auch Mohammed Atta, der Anführer der Attentäter, der mehrere Jahre in Hamburg gelebt hatte.

Dies war nur einer von mehreren verhängnisvollen Fehlern, die den US-Behörden im Vorfeld des 11. September unterlaufen waren, berichtet die ZEIT. Bereits 18 Monate vor den Anschlägen, im Januar 2000, ließ der US-Geheimdienst CIA in Malaysia ein Treffen von hochrangigen Al-Qaida-Kämpfern überwachen, an dem auch zwei der späteren Attentäter teilnahmen. Im Anschluss an das Treffen reisten die beiden Terroristen direkt in die USA, um die Anschläge vorzubereiten. An dem Treffen in Malaysia hatte auch Ramsi Binalschibh teilgenommen, der vor drei Wochen, am Jahrestag der Anschläge, im pakistanischen Karatschi verhaftet und an die USA ausgeliefert wurde. Binalschibh, der jahrelang mit Atta zusammen in Hamburg lebte, gilt als Logistiker der Anschläge vom 11. September.

Groß war die Aufregung im Lager der Freien Demokraten in den Tagen nach der Bundestagswahl: Der "Möllemann-Effekt", der Streit um den stellvertretenden Parteichef und seine Attacken auf Michael Friedmann und Ariel Scharon, habe die FDP entscheidende Stimmen gekostet, klagten prominente Liberale.

Doch die Kritiker um Parteichef Westerwelle irren, es gibt keinen "Möllemann-Effekt". Richard Hilmer, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Infratest/dimap, hat in der ZEIT das Abstimmungsverhalten der Briefwähler, die ihre Stimmen vor dem Streit um Möllemanns Äußerungen abgegeben haben, mit dem Ergebnis der Urnenwahl verglichen. Resultat: "Nichts spricht dafür, dass eine größere Zahl potenzieller FDP-Wähler es sich in letzter Sekunde anders überlegt hätte." Berücksichtigt man, das die FDP bei den Briefwählern immer überproportional gut abschneidet, so ist ihr Ergebnis an der Wahlurne sogar ungewöhnlich gut ausgefallen: Gerade einmal um 1,2 Prozentpunkte blieb es hinter dem Briefwahlergebnis zurück, 1998 hatte die Differenz noch zwei Prozentpunkte betragen.

Der von Bundeskanzler Gerhard Schröder berufene Nachhaltigkeitsrat unter Vorsitz des SPD-Politikers Volker Hauff ist am Montag mit dem Versuch gescheitert, sich rechtzeitig zu Beginn der Koalitionsverhandlungen auf Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Ökosteuer zu einigen. Eine Arbeitsgruppe des Gremiums unter Leitung des Mannheimer Wirtschaftsprofessors Wolfgang Franz habe zwar Reformvorschläge erarbeitet. Jedoch hätten zwei Mitglieder des 16-köpfigen Rates ihre Zustimmung zu dem Papier verweigert, berichtet die ZEIT.