ZEIT-Grafik/Quelle: Dresdner Bank

Super klingt immer super. In der miesen Lage, in der die deutsche Wirtschaft steckt, macht sich ein Superministerium einfach gut. Damit die wenig erfolgreiche Wirtschaftspolitik der bisherigen Bundesregierung neuen Glanz erhält, macht der alte und neue Kanzler seinen Parteifreund Wolfgang Clement zum Superminister und versieht ihn mit weit reichenden Kompetenzen. Ein Supermann von der Ruhr, mit Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen gleichermaßen ausgestattet - wäre doch gelacht, wenn der Konjunktur, Arbeitslosigkeit und Bürokratie nicht in den Griff bekäme.

An Zuständigkeiten und am Personal wird es ihm nicht fehlen. Er gebietet in seinem künftigen Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft über das alte Wirtschaftsressort, die mit Arbeitsmarktpolitik und Arbeitsrecht befassten Abteilungen aus dem bisherigen Arbeitsministerium und die Heimkehrer der vor vier Jahren dem Finanzministerium zugeschlagenen Grundsatzabteilung.

Das reicht sicher nicht an die Kompetenzfülle eines Wirtschafts- und Finanzministeriums heran, der (wie einst Karl Schiller) zugleich über die Instrumente und den Zugang zur Finanzierung verfügt. Aber auch so wird genug Macht unter einem Dach vereinigt sein, um Politik zu gestalten. Das Argument, das Wirtschaftsministerium habe kein Gewicht, wird nicht mehr gelten. Und dass Clement den Willen hat, das neue, größere Gewicht zu nutzen, steht außer Zweifel.