Noch reichlich skeptisch gegenüber solch neuen privaten "Krebsberatungsfirmen" zeigt sich Karl Lauterbach, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Köln und Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung: "Inwieweit es möglich ist, kommerziell zu beraten, ohne in Abhängigkeit der Pharmaindustrie zu geraten, wird sich erst noch erweisen müssen." Auf jeden Fall aber setzten sich die neuen Gesundheitsdienstleister wie onkocom für die richtige Sache ein, findet er: "Wenn jemand in Deutschland Krebs bekommt und sich in Therapie begibt, gleicht das der Teilnahme an einer Lotterie." Extrem schlechte Behandlung existiere neben extrem guter. "In der Regel entscheidet sich bei Brustkrebs ihr Schicksal bei der ersten Behandlung", erklärt Lauterbach. Jede zweite Frau mit Brustkrebs in Deutschland würde nach seiner Aussage nicht mit wissenschaftlich gesicherten Methoden behandelt.

Markus Uhle will mit seiner Arbeit dazu beitragen, dass solche Statistiken bald der Vergangenheit angehören, dass Krebskranke medizinisch und psychologisch optimal betreut werden: "Als Case Manager ist es weniger wichtig, auf ein Krankheitsbild spezialisiert zu sein, als von außen auf das Ganze zu schauen und das Ganze wieder zusammenzubringen", sagt er. Es klingt, als würde er über das Gemälde mit dem zerspringenden Frauenkörper im Konferenzzimmer sprechen.