Fine tuning heißt im Englischen der staatliche Versuch, die Wirtschaft im Detail zu lenken. Der größte "Fine Tuner" sitzt aber nicht in Washington oder London, sondern in Berlin. Sein Name ist Gerhard Schröder. Unter seiner Ägide wird an jeder wirtschaftspolitischen neuen Maßnahme so lange herumgedoktort, bis sie möglichst niemandem mehr weh tut. Ergebnis: Mit all den Regeln und Regesregeln kommt keiner zurecht.

Die rot-grüne Steuerreform war schwer zu durchschauen, die Riester-Rente auch. Egal - jetzt soll Schröders neuer Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement auf dieselbe undurchschaubare Weise mehr Jobs in die Welt bringen.

Die Vorsilbe super- muss er sich erst noch verdienen; wahrscheinlich wird es die Kurzform für superkompliziert. Das jedenfalls kommt heraus, wenn Clement wie geplant die Pläne der Hartz-Kommission durchsetzt. Wie sagte der Namensgeber des Plans: Der Kündigungsschutz müsse "neutralisiert werden". Soll heißen: Man muss ihn umgehen. Wenn man ihn einfach flexibilisiert, bekommt man Ärger. Also sollen staatliche Zeitarbeitsagenturen in großem Stil Arbeitslose einstellen und an Privatunternehmen ausleihen. Also sollen Gesetzesschranken nur dann fallen, wenn Firmen Arbeitslose, die älter sind als 50 Jahre, befristet einstellen wollen.