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Fine tuning heißt im Englischen der staatliche Versuch, die Wirtschaft im Detail zu lenken. Der größte "Fine Tuner" sitzt aber nicht in Washington oder London, sondern in Berlin. Sein Name ist Gerhard Schröder. Unter seiner Ägide wird an jeder wirtschaftspolitischen neuen Maßnahme so lange herumgedoktort, bis sie möglichst niemandem mehr weh tut. Ergebnis: Mit all den Regeln und Regesregeln kommt keiner zurecht.

Die rot-grüne Steuerreform war schwer zu durchschauen, die Riester-Rente auch. Egal - jetzt soll Schröders neuer Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement auf dieselbe undurchschaubare Weise mehr Jobs in die Welt bringen.

Die Vorsilbe super- muss er sich erst noch verdienen; wahrscheinlich wird es die Kurzform für superkompliziert. Das jedenfalls kommt heraus, wenn Clement wie geplant die Pläne der Hartz-Kommission durchsetzt. Wie sagte der Namensgeber des Plans: Der Kündigungsschutz müsse "neutralisiert werden". Soll heißen: Man muss ihn umgehen. Wenn man ihn einfach flexibilisiert, bekommt man Ärger. Also sollen staatliche Zeitarbeitsagenturen in großem Stil Arbeitslose einstellen und an Privatunternehmen ausleihen. Also sollen Gesetzesschranken nur dann fallen, wenn Firmen Arbeitslose, die älter sind als 50 Jahre, befristet einstellen wollen.

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Auch Gesetze gegen Billigarbeit dürfen nicht einfach fallen. Hartz will auch sie umgehen. Scheinselbstständige sollen als Ich-AGs wieder legal arbeiten - aber nur, wenn sie nicht mehr als 25 000 Euro im Jahr verdienen. Und die Lohngrenze für begünstigte Kleinstjobs wird angehoben, aber nur für Haushaltshilfen. Arbeit halst man auf diese Weise vor allem Jobvermittlern auf, die sämtliche Haupt- und Nebenbedingungen prüfen müssen.

Die Arbeitslosigkeit ist zu besiegen, wenn Arbeit billiger wird und Arbeitsplätze einfacher zu schaffen sind. Im Wunsch, nur keine soziale Ungerechtigkeit zu begehen, schickt sich Rot-Grün an, das Gegenteil zu erreichen. Dazu passt das Vorhaben, die Bemessungsgrenze für die Rente von monatlich 4500 auf 5000 Euro anzuheben. Auf diese Weise erweitert die Regierung den Gehaltsbereich, in dem von jedem Euro netto bloß 30 oder 40 Prozent übrig bleiben. Lust auf Leistung fördert man anders.

Alternativ müsste die Regierung aber über ihren Schatten springen und Sozialleistungen infrage stellen - oder den Arbeitsmarkt aufbrechen, damit von allein neue Jobs entstehen. Das wäre super.