Auf drei Wegen erreichen Fernsehprogramme die Zuschauer:
via Kabel und Satellit. Manche empfangen die Sendungen
auch noch über die Haus- oder Zimmerantenne. Diese
Technik wird jetzt modernisiert. Illustr.: Wolfgang Sischke

Der Andrang um die Stände mit den kleinen Stabantennen und den großen Bildschirmen wäre allerdings größer gewesen, hätte man die Berliner besser informiert. Nicht mal die Sender SFB und ORB hatten darauf hingewiesen. Man wolle die Pferde nicht zu früh scheu machen, hieß es. Dabei macht die Hauptstadt jetzt Ernst mit der Umstellung auf DVB-T, so das Kürzel für die moderne TV-Technik. Wegen knapper Frequenzen muss dafür das analoge Signal abgeschaltet werden. Ende Februar verschwinden zunächst private Sender aus dem Äther, später auch die öffentlich-rechtlichen. Vom Sommer 2003 an bleibt in den etwa 150 000 Berliner Haushalten, die Fernsehen noch per Zimmer- oder Hausantenne empfangen, die Mattscheibe schwarz - sofern sie sich keinen DVB-T-Decoder angeschafft haben.

"Eine revolutionäre Technologie macht das Fernsehen schöner und abwechslungsreicher", verspricht die Werbung. Tatsächlich bietet das neue Antennenfernsehen mehr, da auf einen analogen Kanal vier digitale Programme passen. Es gibt kleine Empfänger für den mobilen Empfang und Decoder mit Kartenschacht, die sogar den Empfang von Pay-TV per Antenne ermöglichen sollen. "Premiere hat bereits Interesse an einem eigenen DVBT-Bouquet angemeldet", sagt Sascha Bakarinov von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB).

Zunächst noch ein teurer Spaß