Noch vor 200 Jahren wurde Zucker nur in Apotheken verkauft. Er galt als Heilmittel und Statussymbol, dass wohlhabenden Kreisen vorbehalten war. Dass er zum täglichen Nahrungsmittel wurde, ist dem Berliner Chemiker Andreas Sigismund Marggraf zu verdanken. Er entdeckte 1774 den Zucker in der Rübe. Schon bald löste die Zuckerrübe das meistens als Kolonialware nach Europa eingeführte tropische Zuckerrohr ab. Heute verbrauchen die Europäer rund 33 Kilo Zucker pro Kopf und Jahr - insgesamt mehr als 13 Millionen Tonnen. Weltweit wird Zucker in 127 Ländern erzeugt, in 79 Ländern aus Zuckerrohr, in 38 aus Zuckerrüben, in 10 aus beiden Pflanzen. Die mit Abstand bedeutendsten Zuckerproduzenten sind Indien und Brasilien mit 20 beziehungsweise 17 Millionen Tonnen jährlich.

Größter Zuckerimporteur ist Russland, das gerade mal ein Viertel seines Bedarfs durch eigenen Anbau decken kann. Auch die Vereinigten Staaten, mit acht Millionen Tonnen Jahresproduktion einer der großen Erzeuger, sind auf Importe angewiesen. Die im Verhältnis zum eigenen Verbrauch größten Überschüsse erwirtschaftet hingegen Kuba - etwa 400 Prozent. Für Kuba ist Zuckerexport neben dem Tourismus die wichtigste Devisenquelle.