Da haben wir noch einmal Glück gehabt. Bevor Gerhard Schröders neuer Superminister Wolfgang Clement mit der angesagten "Entbürokratisierung und Deregulierung" Ernst machen kann, hat das Gesundheitsministerium "eine seit längerem bestehende Lücke" im deutschen Regelwerk geschlossen. Dank der neuen "Verordnung über die Qualität von Schwimm- und Badebeckenwasser" - offizielles Kürzel: "SchwBadebwV" - können künftig Wasserratten unbeschwert im Spaßbad oder Hotel-Swimmingpool tollen.

Erst im Nachhinein wird uns bewusst, in welchen Gefahren wir mancherorts bei Badefreuden schwebten. Denn mit der Verordnung wird "erstmals bundesweit" geregelt, dass weder Krankheitserreger noch chemische Stoffe in Konzentrationen enthalten sein dürfen, "die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit besorgen lassen". Wurden bisher in ganzen Landstrichen oder einzelnen Kommunen die Badegäste vergiftet und verseucht?

Inklusive Anhängen und Begründung haben die fürsorglichen Beamten bescheidene 52 DIN-A4-Seiten gebraucht, um die Kontrollen durch Badeanstaltsbesitzer und Gesundheitsämter zu regeln - und uns vor Schaden zu bewahren. Schade, dass es solche Verordnungen nicht mehr geben wird, wenn es Super-Clement wirklich ernst meint.