Endlich mal eine Neuerung bei den Unternehmensberatern: Robert Mogel, Chef der Consultingfirma Foreview in New Jersey, vermittelt seinen Kunden einfach die falschen Ansprechpartner. So klingt es zumindest. "Unser Netzwerk von Experten ist dafür da, um Wandel in unsere Kundenunternehmen zu tragen", erläutert der Chef. "Wenn uns ein Juwelier fragt, wie man den ungarischen Markt erobert - dann bekommt er vielleicht viel mehr Anregungen von einem Marketingexperten aus der Nahrungsmittelindustrie als von einem anderen Juwelier." Noch eine Kostprobe: "Ein Spielzeug-Einzelhändler hat uns kürzlich nach den Trends in seiner Marktnische gefragt - aber viel relevanter war für ihn, was die großen Supermarktketten treiben." Der 36jährige Mogel hat inzwischen knapp hundert Unternehmen als Kunden gewonnen, "einige hundert" Experten aus Akademia und Unternehmen in seiner Kartei, und die Beratungshonorare können 300, aber auch 15 000 Dollar pro Tag betragen.

Gegebenenfalls plus Übersetzerkosten. "Die ersten hundert Experten zu gewinnen war am schwierigsten", berichtet Mogel, und sein bevorzugtes Medium für die Kommunikation mit Kunden und Experten ist - natürlich - das Internet.

Wobei er es weit von sich weist, eines Tages einfach einen elektronischen Expertenmarktplatz aufzubauen: "Unsere Mitarbeiter müssen oft hart arbeiten, um die Fragen der Unternehmen überhaupt zu verstehen", sagt Mogel, "und sich dann überlegen, ob sie nicht eigentlich etwas ganz anderes fragen wollten."