Pakistan? War da auch was? Ja, in der Tat, da war was. Die Islamisten haben vergangene Woche bei den Parlamentswahlen 51 Abgeordnetensitze errungen. Bei den letzten Wahlen hatten sie gerade mal vier Vertreter ins Parlament entsenden können. Heute stellen sie die drittstärkste politische Kraft. Ein Erdrutschsieg.

Überraschen kann er allerdings nicht mehr. An Warnungen hat es nicht gefehlt.

Der Grundton war eindeutig: Bomben auf Afghanistan werden die Islamisten auf Dauer stärken. Auch Pakistan hat jetzt die Bestätigung dafür geliefert. Den Zusammenhang müssen sich jene vergegenwärtigen, die über einen Krieg gegen den Irak die Entscheidung fällen - oder sie bereits getroffen haben.

Nur: Die Intervention in Afghanistan und die damit zweifellos gestiegenen antiwestlichen Ressentiments reichen als Erklärung für den Sieg der Islamisten nicht aus. Wähler in den muslimischen Staaten entscheiden sich nicht automatisch für islamistische Parteien, wenn Washington seine Kriegsmaschine anwirft. Die Lage ist etwas komplizierter.

Gerade 35 Prozent der Pakistani sind zur Wahl gegangen. Das ist die eigentlich schlechte Nachricht. Denn Pakistan ist ein traditionell moderates islamisches Land. Die Islamisten haben nie mehr als fünf bis acht Prozent der Wähler überzeugen können. Es ist mit einiger Sicherheit anzunehmen, dass ihr Erfolg weit geringer ausgefallen wäre, wenn sich mehr Menschen an den Wahlurnen eingefunden hätten.

Das Problem also ist die große, schweigende Mehrheit. Es sind die Menschen, die sich desillusioniert in das Privatleben zurückgezogen haben. Enttäuscht von den Politikern, die ihnen vor allem Korruption gebracht haben

müde auch der Generäle mit ihren Staatsstreichen und ihren leeren Versprechungen