Nur Fliegen war bislang ärgerlicher. Das ändert sich nun - bei der Bahn.

Wenn deren neue Tarife kommen, sparen vor allem unflexible Frühbucher

eben so, wie heute schon bei vielen Airlines (siehe Macher & Märkte, Seite 30).

Doch um das echte Luftfahrt-Feeling zu vermitteln, fehlt der Bahn noch einiges.

Die Wartezeiten am Bahnhof sollten drastisch erhöht werden. Denn erst nach drei Stunden entwickelt man ein Gefühl der Dankbarkeit, überhaupt noch befördert zu werden. Spontanes Umbuchen wird teuer. In diesem Punkt hat das Bahn-Management schon gelernt. Dazu sollte allerdings die Gewissheit kommen, dass das Gepäck mit anderen Zügen in andere Städte rollt. Außerdem wäre eine Billigline toll, so was wie Ryanair am Boden. Hamburg-Frankfurt für zwei Euro fünfzig? Klasse! Dafür müsste man bloß in Lübeck einsteigen, und im Hunsrück wäre Endstation. Auch im Ausland wäre einiges möglich: Code-Share-Verbindungen mit dem Orient-Express heben das Prestige, eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn bringt Bonusmeilen satt.

Immerhin: Ansätze auf dem Weg zur Fluglinie sind erkennbar. Schlechter Service und wenig Personal. Und wer sich das Großraumabteil mit Kegelbrüdern oder Frauengruppen um die 40 teilt, kann selbst die Atmosphäre eines Charterfluges nach Ibiza genießen.