Ein nackter Frauenkörper. Die Arme eng um die Brust geschlungen. Der Kopf fehlt, die Nase und ein Ohr sausen durch den blutroten Hintergrund. Das Gemälde hängt im Konferenzzimmer des jungen Berliner Unternehmens onkocom.

Das Team aus Ärzten und Psychologen will als "persönlicher Krebsberater" Menschen durch ihre Krankheit begleiten. "Es hängt vom Zufall ab, ob sie als Krebspatient den Top-Standard an Therapie oder den Wald-und-Wiesen-Standard bekommen", erklärt der 32-jährige Arzt und Existenzgründer Heiko Schöning.

Deshalb sammelt seine Firma weltweit Informationen über Heilmethoden, erklärt im "einfühlsamen" Gespräch Diagnosen und medizinische Fachbegriffe. Auch bei der Suche nach Selbsthilfegruppen oder psychologischer Betreuung steht onkocom seinen Klienten bei.

Case Manager, wie die Mitarbeiter von onkocom nach amerikanischem Vorbild genannt werden, sollen zwischen Patient, Arzt und Krankenkassen koordinieren und dadurch sicherstellen, dass Krebskranke die bestmögliche Therapie bekommen. Bislang habe der Patient wenig Einblick in die Qualität seiner Behandlung.

Arzt mit Businessplan

"Wir sind Lotsen im Gesundheitsdschungel", sagt Schöning, der sich mit seinem Unternehmen als Pionier auf einem gerade entstehenden Markt sieht.

Qualitätsmanagement sei in der Medizin nicht mehr aufzuhalten, davon ist er überzeugt. Bereits 1998 schrieb der junge Arzt seinen ersten Businessplan.