Fast wäre dort am Hang ein Haus entstanden. Traumhafter Blick über die Porta Westfalica bis rüber zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Südlage, vom Feinsten.

Bestimmt 40 oder 50 Euro pro Quadratmeter hätte das Bauland am Jakobsberg gekostet. Aber der Käufer sprang im letzten Moment ab, das Land blieb im Besitz der Hoteliersfamilie Horstmann.

Eines Abends dann saß Michael Horstmann, der Juniorchef des Porta Berghotels, mit einem befreundeten Winzer aus der Pfalz zusammen, als dieser plötzlich rief: Baut doch Wein an! Ha, was haben sie da gelacht über diese Schnapsidee! Wein im Weserbergland. Super. Obwohl - warum eigentlich nicht?

Schließlich hatte an eben jenem Berg schon im Jahre 1773 der Zollkontrolleur Jakob 1000 Rebstöcke anpflanzen lassen. Damit war sie da, die Idee von einem eigenen kleinen Weinberg. Seniorchef Arnold Horstmann war begeistert. Jetzt musste nur noch eine robuste Rebe her, die das nordische Klima ertragen konnte. Die Wahl fiel auf die Regent - eine rote Traube, die viel Regen verträgt und resistent gegen Schädlingsbefall ist.

Kaum eingepflanzt, gedieh die Regent prächtig. Im Jahr 2000 gab es die erste Ernte, rund 900 Flaschen. Vor zwei Wochen wurden wieder Trauben geerntet

wieder wird ein leckerer, trockener Rotwein daraus, spanisch anmutend, mit leichtem Brombeergeschmack und einem Hauch von Vanille. Ob es an der 45-Grad-Neigung liegt, die eine perfekte Sonneneinstrahlung garantiert? Oder am fruchtbaren, kalkhaltigen Boden? An der Kombination von schützendem Wald, Südlage und Weser? Oder an der biologischen Rebpflege, dass die Trauben so wunderbar wachsen? Sei's drum. Arnold Horstmann freut sich täglich auf seinen Schluck Jakobsberger Regent.