die zeit: Sie bieten Humorseminare für Manager an. Jetzt mal im Ernst: Wie unterrichtet man Menschen darin, witzig zu sein?

Thomas Holtbernd: Ich bringe den Teilnehmern keine neuen Witze bei. Ich helfe ihnen, ihren eigenen Humor wiederzuentdecken. Viele Leute haben gelernt, ihr Lachen zu unterdrücken: In der Schule etwa wird man vor die Tür gesetzt, wenn man ständig kichert.

zeit: Wie gehen Sie vor?

Holtbernd: Zuerst erkunde ich die Humorbiografie der Teilnehmer. Ich frage nach lustigen Anekdoten aus ihrem Leben, danach, welche Komiker sie gut finden. Dann mache ich verschiedene Übungen, wie diese: Alle nehmen einen Bleistift quer in den Mund, sodass die Mundwinkel hochgezogen werden. Wenn sie den Bleistift später wieder herausnehmen, bleiben die Mundwinkel erst einmal oben. Und die fröhliche Mimik wirkt sich auf die Stimmung aus.

zeit: Und was versprechen sich die Firmen von derartigen Übungen?

Holtbernd: Ihnen geht es darum, das Betriebsklima zu verbessern, Konflikte zu entschärfen oder die Kreativität zu fördern.

zeit: Wir haben da einen Hochschulabsolventen-Witz für Sie: "Alle Bewerber reißen Witze. Nur nicht Bob. Und der kriegt den Job." Wie sehen Sie das?