die zeit: In den letzten drei Monaten konnten Sie als Mentee des Programms Women for Public Leadership Bundespolitik und Wahlkampf ganz nah miterleben.

Die Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF) in Berlin möchte mit dieser Initiative mehr Frauen zum Sprung in die Politik ermuntern.

Fühlen Sie sich nach dieser Zeit nun ermutigt oder eher desillusioniert?

Silke van Doorn: Ermutigt. Ich kann mir durchaus vorstellen, in die Politik zu gehen. Viel zu stark ist mein Wunsch, die Gesellschaft zu verändern, meine Ideen einzubringen. Natürlich werde ich nun nicht direkt vom SPD-Ortsvorstand in Siegen-Geisweid in die Bundespolitik gehen können. Ich beende erst meine Ausbildung zur Pfarrerin. Eine gute Voraussetzung für das Tragen eines Mandats ist es, noch eine Alternative zur politischen Laufbahn zu haben.

zeit: Was zieht Sie so stark in die Politik?

Van Doorn: Mir geht es vor allem um eine bessere Bildungs- und Familienpolitik. Ich bin überzeugt davon, dass beide Bereiche unbedingt zusammengedacht werden müssen.

zeit: Ihre Mentorin war die SPD-Politikerin Christel Riemann-Hanewinkel, die Vorsitzende des Familienausschusses im Bundestag. Konnten Sie in der Zusammenarbeit mit ihr erleben, dass Ihre eigenen Ansätze realistisch sind?