Seit Monaten kursieren Gerüchte, wonach der Nivea-Hersteller Beiersdorf verkauft werden soll. Im Gespräch waren sowohl der französische Wettbewerber L'Oréal als auch der amerikanische Konkurrent Procter & Gamble. Jetzt zittern auch die Mitarbeiter von Wella in Darmstadt, seit eine Zeitung meldete, der Düsseldorfer Henkel-Konzern plane die Übernahme des Friseurausstatters. Vor zwei Jahren äußerte Henkel-Chef Ulrich Lehner einmal, die beiden Unternehmen würden gut zusammenpassen. Abgesehen davon hat sich noch keine der betroffenen Firmen zu den Spekulationen geäußert. Rein rechnerisch machen die Gedankenspiele allerdings durchaus Sinn. Die deutschen Hersteller sind allesamt recht klein: Henkel, Wella und Beiersdorf machen im Kosmetikgeschäft zusammen weniger Umsatz als L'Oréal allein. Auch wäre die Zeit günstig für Übernahmen, weil die Börsenkurse so niedrig sind wie seit langem nicht. Fehlt nur noch die Zustimmung der Besitzer. Bei Beiersdorf signalisiert der Hauptanteilseigner Allianz seit langem Verkaufsbereitschaft, jedoch legt sich der zweite Großaktionär - die Tchibo-Holding - quer. Ähnlich bei den Nachkommen des Wella-Gründers: Zwar gab es schon Überlegungen, das Erbe zu versilbern, doch immer auch Familienmitglieder, die den Verkauf dann scheitern ließen. Derweil darf in Hamburg und Darmstadt unverdrossen weitergezittert werden.