Fiat ist der große Verlierer im Verdrängungswettbewerb der Autokonzerne.

Kein anderer europäischer Autobauer steht so schlecht da wie das Turiner Traditionsunternehmen. Jetzt soll es der Staat richten. Getrieben von den Protesten der Fiat-Werker und dem Entsetzen der italienischen Öffentlichkeit, bastelt die Regierung Berlusconi an einem Rettungskonzept. Genauer, sie sucht in der Staatskasse und bei italienischen Banken nach ein paar Milliarden Euro Soforthilfe.

Ursache des Engagements sind die dramatischen Verluste des Autobauers und die Pläne des Managements, mehr als 8000 Beschäftigte zu entlassen. Doch Geld allein hilft nicht mehr. Erstens hat die EU schon eine kritische Prüfung möglicher Staatshilfen angekündigt, und zweitens liegen die Probleme von Fiat und seiner Schwestermarken Lancia und Alfa viel tiefer.

Der 1899 gegründete Autohersteller steckt in einer strategischen Sackgasse.

Den angestammten Kleinwagensektor haben die Manager vernachlässigt. Dabei hatten sie hier einst mit dem Fiat 500 ("Topolino") oder später dem Fiat Panda Autos gebaut, die Kultstatus erreichten. Jetzt kaufen selbst die Italiener lieber einen Smart, Nissan oder Hyundai.

Fiat setzte auf größere und vermeintlich profitablere Autos. Ohne großen Erfolg. In der Mittelklasse floppte zuletzt der Hoffnungsträger Fiat Stilo, trotz oder gerade wegen großer Ähnlichkeit mit seinem Vorbild, dem VW Golf.

Zu oft lagen die Turiner mit dem Design daneben. Auch italienische Familien bevorzugen heute Peugeot, Renault oder Toyota. Und in der Oberklasse dominieren die deutschen Fabrikate. Das Prestigelabel Lancia sieht man kaum noch auf den Straßen, lediglich die sportlichen Alfa Romeos glänzen mit ihren Styling.