Bevor Albert Einstein Professor wurde, arbeitete er sieben Jahre als Patentprüfer. Sein Urteil über diesen Berufsstand klingt ernüchternd. Er sei ein "ehrwürdiger eidgenössischer Tintenscheißer mit ordentlichem Gehalt", schreibt Einstein 1907 an seinen Freund Alfred Schauder. Die Arbeit am Patentamt Bern, als Prüfer dritter und - nach der Beförderung - zweiter Klasse, diente vor allem dem Lebensunterhalt.

Patente zu prüfen hat mit der Speziellen Relativitätstheorie wenig zu tun.

Dennoch sind Physiker nach wie vor im Patentamt gefragte Mitarbeiter.

Ähnliches gilt quer durch alle Branchen. Zwar sind Physiker im Berufsleben heimatlos. Wegen ihrer geringen Spezialisierung kommen sie als Generalisten dafür in den unterschiedlichsten Branchen unter, meistens in Forschung und Entwicklung, aber auch im Marketing oder im Vertrieb. Ihnen wird die Fähigkeit nachgesagt, komplexe Probleme lösen zu können und nicht so früh aufzugeben. Die Stellenangebote sind nicht mehr so zahlreich wie noch vor einem Jahr. Dank niedriger Absolventenzahlen finden die meisten nach dem Studium dennoch schnell einen Job:

- Die Softwarebranche sucht Physiker für die Programmentwicklung. Der größte Software-Konzern Deutschlands SAP beschäftigt hierzulande 10 500 Mitarbeiter, davon 10 bis 15 Prozent Physiker.

- In der Elektroindustrie entwickeln Physiker DVD-Rekorder, Satellitennavigationsgeräte und Plasmabildschirme. In der Telekommunikation arbeiten sie an neuen Verfahren der Datenübertragung.

- Laser- und Optikfirmen stellen gern Physiker mit Spezialkenntnissen ein.