Die Grünen geben ja neuerdings damit an, dass sie eine bürgerliche Partei und in der Gesellschaft angekommen seien. Gelegentlich wirkt das komisch.

Neulich zum Beispiel, als Fritz Kuhn, der Parteivorsitzende, im Streit um das Ehegattensplitting den Lebensstil unserer Leistungsträger mit den Worten beschrieb: "Einer verdient, einer putzt."

Da ist wohl ein wenig Aufklärung vonnöten. Um das an einem aktuellen Beispiel zu erläutern: Nehmen Sie Dieter Bohlen, der kommt nach Hause, harten Tag gehabt, und will sich ein wenig entspannen. Sagt Naddel: "Jetzt nicht, Schatzi, ich muss noch das Bad putzen." Mag sein, dass man als Chef der Grünen so was hinnimmt. Aber, Pardon, Herr Kuhn, wenn einer verdient, richtig verdient, dann lässt er doch seine Frau nicht putzen. Schon vom Finanziellen her ist das gar nicht drin. Im Zweifel ist es schließlich immer noch billiger, nicht zu heiraten und das Geld für die Ehefrau zu sparen. Wer trotzdem, wie man so schön sagt, den Bund fürs Leben schließt, der erwartet etwas für sein Geld. Und das lässt er nicht von der Putzfrau erledigen.