Die Deutsche Bundesbank verordnet sich eine Schrumpfkur: Innerhalb der nächsten fünf Jahre will der Bundesbankvorstand unter Leitung von Präsident Ernst Welteke, 67, so genannte Zweiganstalten schließen. Damit wird die Zahl der Filialen halbiert. 1800 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden. Gegenwärtig beschäftigt die Bundesbank noch mehr als 15 000 Mitarbeiter.

Nach dem Start der Europäischen Währungsunion und der Errichtung der Europäischen Zentralbank war von Politikern und Wissenschaftlern eine Reorganisation und Verschlankung der Bundesbank gefordert worden. Nach dem jetzt beschlossenen "Grobkonzept" (ein Insider), das noch mit Betroffenen und Personalräten abgestimmt werden muss, werden die Aufgaben neu verteilt. So sollen frühere Landeszentralbanken als "Servicezentren" für die gesamte Bank tätig werden, so etwa bei der Bargeldbearbeitung, der Informationstechnologie, der Kostenrechnung oder auch bei der Verwaltung der bankeigenen Dienstwohnungen.

Die Krise im deutschen Bankgewerbe hat auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken erreicht. Diese Ansicht vertritt Kurt Viermetz, Aufsichtsratschef der HypoVereinsbank in der ZEIT. Man dürfe nicht übersehen, dass es den Sparkassen und Genossenschaftsbanken "ge-nauso schlecht geht wie den privaten Großbanken", warnt Viermetz. Als "gemeinsames Hauptproblem" der Banken bezeichnet er die schwache wirtschaftliche Lage in Deutschland und die steigende Zahl von Unternehmenspleiten. "Ich habe in meiner gesamten Karriere noch nie so viel tiefen Pessimismus erlebt", beschreibt Viermetz die Stimmung in der deutschen Industrie. Die neuen Koalitionsbeschlüsse machten die Lage nur noch schlimmer.

Für die HypoVereinsbank kündigt der Aufsichtsratschef an, dass über die bisher geplanten 9100 Stellen hinaus weitere Arbeitsplätze gestrichen werden. Über die Zukunft der verlustreichen Online-Tochter DAB-Bank ist nach Viermetz Worten noch nicht entschieden worden. Zu den Gerüchten um einen Verkauf oder eine Fusion des Discountbrokers mit der Comdirect, einer Tochter der Com-merzbank, erklärt Viermetz, es würden "alle Optionen" geprüft, darunter auch der Verkauf oder die "Integration zumindest von Teilen" der DAB in die HypoVereinsbank.

Der palästinensische Dichter Mahmoud Darwisch, 59, kritisiert im Interview mit der ZEIT die israelische Politik und die Beziehungen zwischen der westlichen und der arabischen Welt. Nach dem 11. September 2001 gibt es nur noch "das absolut Gute und das absolut Böse. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns". Diese Sprache wird "sowohl von George Bush als auch von Osama bin Laden gesprochen".

Für Darwisch geht es Amerika bei seiner Irak-Politik "nicht um die Errichtung von Demokratien im Nahen Osten, sondern um die Monopolisierung von Erdölreserven und ihre Beherrschung". Amerikas Verbündete in der Region sind "die schlimmsten Diktatoren". Darwisch: "Es ist um einiges leichter für Bush, mit einem arabischen Emir oder Präsidenten zu telefonieren, um eine Zusage zu erreichen, ohne die Zustimmung eines Parlaments."

Im Konflikt zwischen Israel und Palästina um das Westjordanland und den Gaza-Streifen sieht Mahmoud Darwisch das Hauptproblem "in der offiziellen israelischen Denkweise, die nicht zugibt und auch gar nicht zugeben will, dass es sich um besetzte Gebiete handelt". Darwisch fordert Israels Rückzug auf die Gebiete vor 1967 und betont, dass dies auch im arabischen Friedensplan von Beirut vorgesehen ist, der im März dieses Jahres verabschiedet wurde. Israel muss also nicht "um seine Existenz bangen, wie immer vorgegeben wird".