Limbach:
Das hoffe ich trotz allem nicht, denn der Bundesaußenminister hat bei meiner Amtseinführung die Wichtigkeit unserer Arbeit betont und die Absicht zum Ausdruck gebracht, keine Goethe-Institute mehr schließen zu wollen. Ich denke, eine solche Situation, die nicht nur die Goethe-Institute und nicht nur die Kultur trifft, muss von uns gemeistert werden. Wir müssen uns überlegen, wie wir unsere Arbeit effizienter leisten können und andere Formen suchen, die uns ebenfalls ermöglichen, auswärtige Kulturpolitik zu betreiben.

Sie erwarten also keine neuen Einschnitte, Sie müssen aber mit dem Budget, was Sie bisher hatten, auskommen.


Davon gehen wir aus.

Das klingt ein bisschen so, als würden Sie auf diesem Gebiet weniger klagen als ihr Vorgänger, ist das richtig?


Wissen Sie, es ist das Eine, was ich in Gesprächen mit Mitgliedern der Regierung sage und was ich in der weiten Öffentlichkeit mitteile, ist das Andere. Da geht es mir in der Tat darum, deutlich zu machen, dass das Goethe-Institut auch mit diesem Budget wichtige auswärtige Kulturpolitik betreiben kann. Ich sehe nicht viel Sinn darin, mich ‚vor die Klagemauer’ zu stellen, sondern die politische und auch die ökonomische Fantasie ist gefordert.

Also, Sie wollen etwas an dem Image ändern, das da besagt: die vom Goethe-Institut sind immer nur diejenigen, die sich darüber jammern, dass sie zu wenig Geld haben, und die damit in den Schlagzeilen sind, dass Institutsschließungen beklagen.


Ja, das hat einfach die negative Folge, dass das, was das Goethe-Institut leistet, in der Öffentlichkeit gar nicht mehr wahrgenommen wird. Meine Anstrengung geht denn auch dahin, im Inland deutlich zu machen, was die Goethe-Institute auswärts leisten, um auf diese Weise in der Bevölkerung und in der Politik Akzeptanz zu schaffen. Wir sollten auch mehr dokumentieren und veröffentlichen, was wir beispielsweise in Vilnius oder aber in Indien mit deutschen Schriftstellern organisiert haben, die dort gemeinsam mit indischen oder litauischen und polnischen Schriftstellern gearbeitet haben, so dass das in der Öffentlichkeit diskutiert wird.