Im vergangenen Jahr noch kassierte William Harrison, Chief Executive Officer der amerikanischen Investmentbank JP Morgan Chase zehn Millionen Dollar - plus Aktienoptionen. Der Bank hat das nicht geholfen: Ihr Gewinn schrumpfte in diesem Jahr um 91 Prozent auf gerade mal das Vierfache des Chefgehalts (ohne Optionen). Nun will Harrison sparen: In London werden 2000 Mitarbeiter vor die Tür gesetzt. JP Morgan verschärft damit eine Entlassungswelle, die seit Jahresanfang schon jeden fünften Arbeitsplatz bei den Finanzdienstleistern in der Londoner City weggefegt hat. Kann man dem noch etwas Positives abgewinnen? Manch einer kann: "Die Erfahrungen während der letzten Bärenmärkte zeigen, dass Massenentlassungen in der City das deutlichste Anzeichen dafür sind, dass die Talsohle durchschritten ist", sagt ein Fondsmanager. Genannt werden will er aber nicht. Dafür ist seine optimistische Sichtweise wohl doch zu spekulativ.