Ein Superminister kommt selten allein. Der Schaffung des Clement-Imperiums für Wirtschaft und Arbeit folgten Großressorts für Gesundheit/Soziales (Ulla Schmidt) und Infrastruktur (Stolpe in Vertretung des unwilligen Tiefensee). Nun gibt es dazu den Breitband-Oppositionellen: Friedrich Merz wird als stellvertretender CDU/CSU-Fraktionschef für Wirtschaft, Finanzen und Arbeitsmarkt zuständig sein. Also das Clement-Reich plus der Eichel-Welt, die ja bis zum Auftauchen der superministeriellen Konkurrenz selbst als superministeriell gelten konnte. Das Gesamtkunstwerk Merz ist gleichsam der Superminister in Reinkultur, die platonische Idee des Superministers - besonders platonisch und besonders ideell, weil er als Oppositionspolitiker keine reale Macht besitzt.

So kann man sich also auch beschäftigen. Abgesehen davon sind Superminister Krisenzeichen, wie die Chefsache: Beschwörungen von Tatkraft, wo in Wahrheit nichts mehr geht. Als Wirtschaftsminister war Karl Schiller in den sechziger Jahren sehr erfolgreich. Als Superminister für Wirtschaft und Finanzen war es bald mit ihm vorbei.