1. ERLEBNIS - Vorübergehende Schauer
Düster beginnen die Tage. Jetzt kann man sich zu Hause im Warmen verkriechen. Oder aber dem Grauen da draußen ins Gesicht schauen.
Acht Reisevorschläge für die Novemberstimmung

2. FRISCH VOM MARKT - Die Augen essen nicht mit
Wie schmeckt ein Menü, bei dem das Auge nicht mitessen darf? Das kann man jetzt in Berlin herausfinden.

3. ZEIT-PROJEKTREISEN - Das neue Programm von Antarktis bis Vietnam. Mit der ZEIT kommen Sie rum

1. ERLEBNIS - Vorübergehende Schauer

Düster beginnen die Tage. Nebelschwaden ziehen durch die Luft. Keine Besserung in Sicht - die Wintermonate wirken gespenstisch. Jetzt kann man sich zu Hause im Warmen verkriechen. Oder aber dem Grauen da draußen ins Gesicht schauen. Acht Reisevorschläge für die Novemberstimmung

Von Tanja Rupprecht

Auf den Spuren von Dracula

Transsilvanien. Am Tihuta Pass, abgelegen auf einem 60 Meter hohen Felsvorsprung liegt Schloss Bran. Hier lebte einst Dracula. Mittags speist der Mutige im mittelalterlichen Sighisoara (Schäßburg), im vorgeblichen Geburtshaus des Grafen. Die Herrin des Hauses serviert und erzählt Legenden des Schreckens und der Angst. Rot und süß wie Blut mundet der Tropfen in Draculas Weinberg in Lechinta. Hier verbringt der Reisende die erste Nacht, um sich auf den nächsten Tag und vor allem die nächste Nacht seelisch und körperlich vorzubereiten, auf die Nacht auf Schloss Bran. Die Reiseleitung, die übrigens bei akutem Bedarf jedem zur Seite steht, empfiehlt Reisenden mit schwachen Nerven Beruhigungstropfen. Im gewölbten, düsteren Keller plaudert der äußerst charmante Graf. Absolut sprachgewandt in Englisch, Französisch und Rumänisch schildert er seine traurige Geschichte, die Schrecken über das Land brachte, und seine Hoffnung, endlich zur Ruhe zu kommen. Teils amüsiert, teils fasziniert lauschen die Gäste seinen Worten.

Es ist fast Mitternacht. Längst haben sich alle Besucher in ihre Zimmer zurückgezogen. Still ist es da, nur der Wind rauscht ein wenig. Aber der lässt nichts Böses vermuten. Plötzlich Schritte. Ein Schrei, der durch die Mauern hallt. Und dann scharrt tatsächlich etwas an der Tür. Müde wie man ist, findet man auf einmal die Vorstellung eines hungernden Vampirs nicht mehr absurd und wünscht sich tatsächlich zurück ins heimische Haus. Niemand käme auf die Idee, jetzt sein Zimmer zu verlassen.