Auf langen Tischen liegen hellbraune, fest aufgepumpte Plastikwürste, und regelmäßig kontrolliert ein Mitarbeiter, ob ihnen die Luft ausgeht. Nur jene Schläuche, die eine Woche später noch schön prall sind, haben den Qualitätscheck bestanden und werden seitlich an die Faltboote der Firma Klepper angebracht. Ein bisschen Plastik. Ein bisschen Luft. Es ist das Erfolgsgeheimnis, dessentwegen der Aerius als zuverlässigstes Faltboot der Welt gilt.

Das exotische Wassergefährt aus dem oberbayerischen Rosenheim, das locker in ein bis zwei Baumwolltaschen Platz findet, erlebt zurzeit eine Renaissance.

Nicht nur bei Freizeitsportlern und Naturfreunden liegt es wieder im Trend.

Auch die Einkäufer der Bundeswehr oder der US-Navy vertrauen auf Qualität aus Rosenheim, wenn sie ihre Pioniereinheiten ausrüsten.

Öko-Image dank Kautschuk

So unverwüstlich wie die Boote war das Unternehmen Klepper, das zu Spitzenzeiten 2500 Mitarbeiter beschäftigte, nicht immer. Im Gegenteil. In den vergangenen Jahrzehnten drohte mehr als einmal der Untergang. Die Besitzer wechselten, und einer von ihnen stellte in den siebziger Jahren sogar die Produktion ein. Doch dann kam die Familie Isbruch, rettete das Unternehmen, baute das Geschäft wieder aus und will die Klepper-Werft nun sogar an die Börse bringen.

Die Börse? Tatsächlich, die Isbruchs meinen es ernst und haben sich auch von der andauernden Talfahrt der Aktienmärkte nicht davon abhalten lassen. Schon im Jahr 2000 wandelten sie die Firma in eine Aktiengesellschaft um. Derzeit läuft die Privatplatzierung in mehreren Tranchen. Allerdings geht es nur um ein Gesamtvolumen von nominal einer Million Euro, und die Isbruchs lassen sich Zeit, diese Summe aufzutreiben. Voraussichtlich werden sie die Aktien erst im kommenden Herbst verkauft und das Grundkapital verdoppelt haben.