Mit Charme, Sarkasmus und Sachverstand liest Friedrich Merz der Bundesregierung die Leviten. Die Konjunktur stürzt ab, die Steuereinnahmen brechen ein, der Haushalt steuert unkontrolliert ins Defizit - und der Finanzminister verschleiert weiter den Ernst der Lage: So beschreibt Merz das Versagen der Regierung. Nie lässt der CDU-Experte für Wirtschafts- und Finanzfragen Zweifel aufkommen, dass er und die gesamte Union das besser könnten. Aber wie sie es konkret besser machen würden, wenn sie denn dürften, darüber schweigen sich Merz und seine Freunde am liebsten aus. Merz: "Erste Aufgabe der Opposition ist es zu sagen, was die Regierung falsch macht."

Also keine Antwort auf die Frage, wie die Lücke im Staatshaushalt ohne neue Steuern geschlossen werden könnte

wie die von Brüssel geforderte Haushaltskonsolidierung ohne Gefahr für die schwache Konjunktur zu bewerkstelligen ist

wie die Finanzen der Rentenkasse ohne Erhöhung der Lohnnebenkosten gesichert werden sollen. Schon ärgert sich der grüne Parteichef Fritz Kuhn über den "Blockadefundamentalismus". Der Verdacht breitet sich aus, dass die konservative Opposition entweder ihren Wählern keine Opfer zumuten will oder selbst keinen Ausweg aus der Krise weiß.

"Wir machen Ihnen ganz konkrete Vorschläge", bot Merz bei der Debatte zur Regierungserklärung im Bundestag dem neuen Superminister Wolfgang Clement an.

Doch was CDU und CSU seitdem präsentierten, ging über die Rücknahme der beiden Gesetze zu Scheinselbstständigkeit und Betriebsverfassung kaum hinaus.

Dazu kamen die unvermeidlichen Ratschläge, den Arbeitsmarkt zu flexibilisieren und die Bürokratie abzubauen. Dann bereitet die CDU noch einen eigenen Vorschlag zu betrieblichen Bündnissen für Arbeit vor. Das wars.