Der Schimmel von Brot soll krebserregend sein, der Schimmel von Käse aber nicht. Stimmt das?

Peter Mueller-Thomsen, Wöhrden

Dass der Schimmel auf dem Käse ungefährlich sein soll, gilt nur für den "Edelschimmel", den man auf Camembert, Roquefort oder Gorgonzola findet. Den kann man tatsächlich ohne Bedenken essen, auch wenn er die Schnittfläche des Käses überwuchert. Bei jeder Art von "wildem" Schimmel aber ist der Verzehr bedenklich. Schimmelpilze wie der grünlich flauschige Aspargillus flavus können Gifte absondern (in diesem Fall das Aflatoxin), die zu den schlimmsten krebserregenden Substanzen gehören.

Generell gilt: Je mehr Wasser das Lebensmittel enthält, umso schneller verbreitet sich der Schimmel darin, auch wenn man ihn mit dem Auge noch gar nicht erkennen kann. Tomaten und Obst soll man deshalb schon bei kleinen Schimmelspuren wegwerfen. Brot ist grenzwertig - Schnittbrot sollte auf jeden Fall in den Müll, bei ganzen Brotlaiben kann man eventuell einen kleinen Schimmelfleck großzügig herausschneiden, ebenso wie bei Hartkäse.

Ein Schimmelstopper ist Zucker. Deshalb geben die Ernährungswissenschaftler übereinstimmend den Rat, dass man Marmelade, die einen Zuckeranteil von mindestens 50 Prozent hat, nach (wiederum großzügiger) Entfernung des Schimmels weiter verzehren kann - Diätmarmelade dagegen nicht.

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