Elsemarie Maletzke: Mond über Murzuq, Schöffling & Co. Verlagsbuchhandlung, Frankfurt am Main 2002, 296 S., 22,50 e.

Auf 296 Seiten um die Welt, das gelingt der Journalistin Elsemarie Maletzke mit ihrem Sammelband Mond über Murzuq (Unterwegs auf fünf Kontinenten). In drei Dutzend Reisereportagen aus zehn Berufsjahren berichtet sie von fernen Küsten, aber auch von den etwas näher gelegenen Deichen Norddeutschlands. Zwar tendiert die Frankfurter Autorin seit langem zur Anglophilie und machte sich einen Namen durch Biografien über die Geschwister Brontë, George Eliot und Jane Austen. Doch ihr jüngstes Werk beweist, dass nicht alle Wege nur nach England führen. Bevor Maletzke die Gärten von Sissinghurst ansteuert, besichtigt sie Australien, wo Bären Beuteltiere sind und wie Hustenbonbons riechen. Dann lernt sie in Marokko Wüste auf verschwitzter Haut kennen und ist in Peru auf das Lama gekommen. Mit sezierendem Blick und feiner Ironie nähert sie sich den Objekten ihrer Neugier. Und sie kennt die Rezeptur für das richtige Mischungsverhältnis von Informations- und Humorgehalt.