Prüm ist nicht der Nabel der Welt. Das war sicher anders, als die ehemalige Prümer Abtei noch nicht den demütigenden Zusatz "ehemalig" tragen musste.

Immerhin soll Pippin III., der Vater Karls des Großen, dem dortigen Kloster anno 762 die "Sandale Christi" geschenkt haben.

Heute scheint das Eifelstädtchen logistisch in einem Bermuda-Dreieck zu liegen. Die Störung im Raum-Zeit-Gefüge wurde auffällig, als ich eines Donnerstags versuchte, Elektronikbauteile ins Industriegebiet Prüm-Dausfeld zu schicken. Die Post versprach, diese für 14,06 Euro per Express bis 10 Uhr am nächsten Vormittag zuzustellen. "Bf10" heißt diese Dienstleistung.

Freitags um zehn war von Bf10 in Prüm jedoch keine Spur. Das hoch moderne "Track & Trace"-System im Internet verriet mir nach Eingabe der 13-stelligen Sendungsnummer, die kostbare Fracht sei um 6.05 Uhr in Mannheim gesichtet worden und seither "auf dem Weg zum Empfänger".

Die Telefonate mit der Firma Grohmann, die dringend die Teile brauchte, wurden immer hektischer. Doch Track & Trace blieb bis Sonnenuntergang hilflos. Am Sonntag überraschte es mich mit der Behauptung, die Sendung habe am Freitag ihr Ziel um 8.40 Uhr erreicht, bei "Herrn/Frau/Firma Durry".

Leider gibt es bei Grohmann kein/e/n Durry, der Umschlag blieb verschwunden.

So verärgert wie gutgläubig vertraute ich der Post erneut ein Eilpaket nach Prüm an. Gegen Mittag des nächsten Tages erhielt Grohmann einen Anruf des Autohauses Lorenz aus Trier. Offenbar existiert, wie in vielen Industriegebieten, auch in Trier eine Rudolf-Diesel-Straße. Ansonsten wusste ein Herr Knebel nicht so recht, was er mit den Aluminium-Frästeilen tun sollte.