Paul Schuster: Fünf Liter Zuika. Roman - Erster Teil

Rimbaud Verlag, Aachen 2002

160 S., 20,- e

"Ein babylonisches Durcheinander ist auf dem Bahnhof. Ungarn und Serben, Polen, Mazedonier und Tschechen, Rumänen, Slowaken, Kroaten und Zigeuner, die ganze stolze Armee vom Franz Joseph, die ganze alte Monarchie in der Auflösung." Fünf Liter Zuika des 1930 in Rumänien geborenen und seit 1972 in Berlin lebenden Paul Schuster öffnet den Blick auf eine sächsische Dorfgemeinde in Siebenbürgen: Der Erste Weltkrieg ist zu Ende, die Untertanen der Doppelmonarchie werden rumänische Staatsbürger. Die genüsslich-langsame Epopöe beginnt. Ausgewogener Erzählrhythmus, gefeilte, vom linguistischen k. u. k Mischmasch gefärbte Sprache, geschickt gespannte einfache Alltagsgeschichten (Verlobung, Heirat und Kuhkauf) bringen die einmalige Atmosphäre der am Fuße der Karpaten seit Jahrhunderten liegenden evangelischen Gemeinde ans Licht. Dieses Buch ist der vierte Versuch, den sich durch sehr hohe literarische Qualität auszeichnenden Roman, der 1967 in Bukarest, 1968 in Graz und 1975 in Berlin jeweils schon einmal erschienen ist, aus der Geheimtippzone hinauszuführen. Man darf sehr gespannt sein, ob es gelingen wird und wie der Roman weitergeht - der Verlag verspricht seine Fortsetzung, die bis zur Mitte des Zweiten Weltkrieges reicht.