Eigentlich sind sie alte Bekannte für uns. Wir kennen sie mit Facettenaugen oder Reptilienschuppen, Methan atmend oder Schleim absondernd.

Wenn Außerirdische auf Leinwänden oder Buchseiten auftreten, ist für Erheiterung und wohlige Gänsehaut gesorgt. Nur: Was passiert eigentlich, wenn der erste Alien wirklich auf der Matte steht? Sind wir vorbereitet?

Angenommen, die Außerirdischen landeten am Stadtrand von Berlin. Ein idealer Ort, weil die rotgrüne Koalition sich gegen Kriege einsetzt und eine hoch entwickelte außerirdische Zivilisation so etwas gewiss honoriert. Was würde die Bundesregierung tun? "Ich kann Ihnen leider keine Antwort geben, was ich in diesem Fall nicht einmal unangenehm finde", sagt ein Sprecher des Bundesinnenministeriums, der nicht genannt werden möchte. "Das ist Ländersache." Selbst für diesen epochalen Augenblick würde der Föderalismus nicht geopfert. Nicht hierzulande.

Na schön, nehmen wir an, die Aliens kämen nach Schleswig-Holstein. Was tut man in Kiel? "Da würden dieselben Strukturen und Maßnahmen anlaufen wie in anderen Ausnahmefällen", sagt Ove Rahlf vom Landesinnenministerium souverän.

Diese "Strukturen und Maßnahmen" koordiniert das Lagezentrum der Polizei in Schleswig-Holstein. Dessen Leiter Burkhard Hamm erläutert die Strategie: "Wir würden uns dem Ort vorsichtig nähern, großräumig absperren wie bei anderen Schadensereignissen und erst mal Aufklärung betreiben, das ist immer das Wichtigste."

Wer sich an die Folgen der gut gemeinten Friedenstaube im Film Mars Attacks erinnert, möchte sich nicht ausmalen, was alles schief gehen kann. Nun haben Regierungsbehörden in aller Welt Wichtigeres zu tun, als sich auf E. T.s Ankunft vorzubereiten, obwohl es plausible Gründe dafür gibt, die Existenz intelligenten Lebens in den Weiten des Alls anzunehmen. Aber die US-Raumfahrtbehörde wird sich doch wohl Gedanken gemacht haben? Fehlanzeige: "Nasa doesn't do aliens", blockt Nasa-Sprecher Bob Jacobs freundlich, aber bestimmt ab. "Die Nasa kümmert sich nicht um Aliens - das macht das Militär."

Oha, da öffnet sich Raum für allerlei Verschwörungstheorien. Die Nasa ist allerdings entschuldigt. 1993 kippte der US-Kongress ihre Beteiligung an der Suche nach außerirdischer Intelligenz, kurz Seti genannt, bei der gezielt Radiowellen aus dem Weltraum belauscht werden. Seitdem ist das Thema für die Raumfahrtbehörde vermintes Gelände.