Werdau

Wer sich auf den Krieg vorbereitet, soll wissen, wie die Alten den Frieden verloren. Den Lebensfaden. Wie sie ihn neu knüpfen mussten. Mit nichts in der Hand. Kreuz und quer. Über die Wunden hinweg und auch zum Verlorenen zurück.

Und wie sich jemand, dem das auf so wunderliche Weise gelang wie Luzie Knoblauch, am Ende doch nur eines wünscht. Dass sich die Jungen nicht für etwas entscheiden, das sie nie kennenlernten: den Krieg.

Luzie Knoblauch ist fast 90 Jahre alt. Sie lebt im Vorland des Erzgebirges.

Wo alles platt ist. Die Textilindustrie, der Maschinen- und der Lkw-Bau.

Werdau heißt die arme Stadt. Grau ist die Straße und alles übrige, auf das die alte Dame aus dem ersten Stock blickt. Das Licht kommt aus der Steckdose.

Den Tag über, jetzt im Winter. Der Schimmer ist lampenschirmgelb. Wenigstens wirft er den geretteten Schätzen im winzigen Wohnzimmer kleine Goldhelme über. Dem Teeservice und dem Holzhäuschen aus Japan, "wie es Vater in groß besessen hat". Und dem verschlossenen Sekretär.