die zeit: Wie wird ein Lehrer steinreich?

Michael Benner: Das ist nicht schwer: Vor sechs Jahren habe ich mit Schülern der Waldorfschule Märkisches Viertel in Berlin die Mineralienhandelsgesellschaft Steinbrücke GbR gegründet. Zweimal im Jahr fahren wir auf Messen und kaufen für bis zu 7000 Euro Mineralien ein, die wir dann gewaschen, gewogen und ausgezeichnet in einem Baucontainer auf dem Schulgelände lagern.

zeit: Und was machen Sie mit Ihrem Schatz?

Benner: Wir verkaufen die Mineralien auf Schulbasaren und Märkten und erwirtschaften so im Schnitt einen Gewinn von 3000 Euro. Im Gegensatz zu anderen Schülerfirmen ist Steinbrücke gewerblich gemeldet, und die Betreiber lernen, betriebswirtschaftlich zu arbeiten.

zeit: Was bedeutet der Name Steinbrücke?

Benner: 80 Prozent aller in Europa verkauften Mineralien stammen aus so genannten Entwicklungsländern und werden dort in neokolonialem Wirtschaftsstil gehandelt. Die Mitarbeiter in den Gruben, in den Schächten leiden unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen, erhalten zu wenig Lohn und keine Sozialabsicherung. Unser Name bedeutet eine doppelte Brücke. Einmal kommen die Mineralien zu uns, zum anderen geben wir die Gewinne aus unseren Verkäufen zu 100 Prozent in die Herkunftsländer zurück.

zeit: Wie machen Sie das?