"Im nächsten Krieg", prophezeite Nikita Chruschtschow einst, "werden die Überlebenden die Toten beneiden." Der Dritte Weltkrieg hat zum Glück nicht stattgefunden. Trotzdem ist es auf der Erde nicht friedlicher geworden: Zwischen 1989 und 2000 zählten Friedensforscher 111 bewaffnete Konflikte an 74 Orten.

Gleichwohl wecken die Statistiken der vergangenen drei Jahre ein wenig Hoffnung: Wurden 2000 noch 40 Konflikte in 35 Staaten ausgetragen, sank die Anzahl im Jahr 2001 auf 37 Konflikte in 30 Ländern. Und trotz der weltweiten Terrorattacken, jenes unerklärten Krieges aus dem Hinterhalt, meldeten auch im zu Ende gehenden Jahr 2002 viele kleine Schlagzeilen: Frieden!

Soeben haben sich die ehemaligen Kriegsparteien im Kongo auf eine gemeinsame Regierung geeinigt. Der knapp vierjährige Machtkampf in der afrikanischen Republik forderte bis zu einem Waffenstillstand im März 2001 mehr Opfer als alle anderen Kriege seit 1998 zusammengenommen. Hilfsorganisationen zählen bis zu drei Millionen Tote, von denen die meisten an Kriegsfolgen wie Hunger und Seuchen gestorben seien. In dem blutigen Konflikt bekämpften verschiedene Gruppen, zum Teil mit Unterstützung aus den Nachbarländern Ruanda und Uganda, zuletzt den Herrscher Joseph Kabila.

Nach 26 Jahren Krieg unterschrieben am 9. Dezember die indonesische Regierung und Separatisten der Provinz Aceh einen Friedensvertrag. Allein in den vergangenen zehn Jahren sind dort schätzungsweise 12 000 Menschen ums Leben gekommen.

Von einem "historischen Durchbruch" sprachen Anfang Dezember die Unterhändler Sri Lankas und der Tamilen-Tiger (LTTE). Die Autonomiekämpfer vereinbarten mit der Regierung die Schaffung eines föderalen Systems auf der Tropeninsel.

Nach 19 Jahren Bürgerkrieg und 69 000 Toten.

Hoffnung keimt auch in Sierra Leone. Nach elf Jahren Krieg mit Zehntausenden Toten stimmten die Rebellentruppen ihrer Entwaffnung zu. Im Mai fanden nationale Wahlen statt.