Josef Joffe sieht angesichts Zinsabschlagsteuer und Minijob-Kompromiss Zeichen einer politischen Wende Schröders. Und in der Tat - macht man sich die Mühe, Schröders Worte und Taten der letzten fünf Jahre zu vergleichen, würde man nicht auf die Idee kommen, sie ein und derselben Person zuzuschreiben.

Und es kommt noch schlimmer: Schröder lernt aus seinen "Fehlern" der ersten Legislaturperiode. Anstatt sich auf Ergebnisse seiner Politik zu verpflichten ("Wir werden die Arbeitslosigkeit halbieren"), nutzt er Leerformeln mit immer größerer Konsequenz. Neueste sprachliche Kreation der Bundesregierung: "Wir haben das Ziel ..." Bekanntlich darf man "ehrgeizige" Ziele aufgrund "unbekannter" Einflussfaktoren wie der Weltwirtschaft, der Opposition, der Arbeitgeber et cetera verfehlen. So baut man dem eigenen Scheitern vor - Ausreden wird es somit genug geben.

Dr. Frank Borowicz Düsseldorf

Mit großem Vergnügen habe ich Ihre Segelmanöver gelesen. Aber, aber: Eine Jolle hat zwar keinen Kiel, jedoch ein Schwert. Ein Kielboot kann nicht kentern, aber sinken. Eine Jolle kann kentern, aber nicht sinken. Das weiß doch jeder Fockaffe. Mit einer Jolle können Sie überall anlegen

einfach auf den Strand rauf und abwettern. Beim erfolgreichen Kreuzen braucht man eine schwergewichtige Crew, damit man links- und rechtsdrehende Winde abwettern kann. Wo ist das Problem?

Willy R. Gleibs, per E-Mail

Immer öfter trifft man in der ZEIT Beiträge an, die sich der Mühsal des Argumentierens entbunden fühlen. Besonders pikant: In einer traditionell der Sozialdemokratie nahe stehenden Zeitung bedürfen anscheinend auch Einschätzungen keiner weiteren Begründung, deren Ursprünge im so genannten Neoliberalismus zu suchen sind. So ist Herr Joffe der Meinung, die Auferstehung der 630-Mark-Jobs weise "in die richtige Richtung". Argumente?