Stichtag: 28. Februar 2002. Zur Besichtigung des schwarzen Kontinents lassen Projektleiter David Elliot Cohen und Produzentin Lee Liberman 95 renommierte Fotografen ausschwärmen. Das Ziel ihres ehrgeizigen Plans besteht darin, innerhalb von 24 Stunden jede Menge Motive zwischen Kapstadt und Kairo, Dakar und Daressalam einzufangen. Ein Unternehmen mit Tradition. Vor zwei Jahrzehnten wurde die Idee zur Fotobuchreihe Ein Tag im Leben geboren und zuletzt in einem Israel-Band umgesetzt. Das Ergebnis der jüngsten Stippvisite liegt nun in der Dokumentation Ein Tag im Leben von Afrika vor. Ausgerüstet mit Digitalkameras näherten sich die Fotografen einer Welt jenseits der Moderne. Der Vollmond leuchtet über den Lehmhütten von Mali im madagassischen Soatanana (dt. schönes Dorf) begegnet man der Fifohazana-Gemeinde, deren Mitglieder als Zeichen ihrer Reinheit nur weiße Kleidung tragen (unser Foto). Augenweiden überall - vom Himmel über der Wüste bis zu Ruandas tropischen Regenwäldern. Doch der Blick wandert auch hinter die ansehnlichen Kulissen. Fotos vom Kriegstreiben im Sudan oder von der Agonie der Aids-Kranken in den Sterbehospizen zeigen Afrikas Nachtseite, ausführliche Bildlegenden thematisieren die Probleme eines geschundenen Erdteils. So verdichten sich die 250 Schnappschüsse eines einzigen Februartags zur Großaufnahme von Afrika.

Peter Matthias Gaede (Hrsg): Ein Tag im Leben von Afrika Geo, Hamburg 2002 288 S., 49,- e