SALE E PEPE: Nichtberliner sollten wissen, dass der oft geschmähte Kurfürstendamm heute besser ist als sein Ruf. Seine Bäume sind jetzt groß und verdecken manches, was grell und billig wirkt. An seinem unteren Ende, bei der Leibnizstraße, ist nun schon gar nichts mehr billig, dort drängen sich die schicken Luxusläden und in den Nebenstraßen eine Kleingastronomie, deren Akzent eindeutig italienisch ist. Noch einen Block weiter muss man wandern, um diesen kleinen und sympathischen Familienbetrieb zu finden. Es kann sein, dass die Tür erst auf Klingelzeichen geöffnet wird. Der Empfang ist in jedem Fall überaus herzlich, weil der Patron zwei Grundregeln zum Geschäftsprinzip erhoben hat: Freundlichkeit und Handarbeit. Erstere gibt's gratis, und für die Zweite werden bescheidene Preise erhoben. Beispielhaft dafür das mürbe Osso Buco mit dem Kartoffelstampf für 12 Euro oder das wüst zugerichtete, aber leckere Tiramisu (3 Euro). Sogar die hausgemachten Nudeln sind frisch, und die Tomatensauce ist einwandfrei (8 Euro). Die übliche Karte enthält nicht immer alles, vor allem den Wein muss man sich vom padrone empfehlen lassen und geht damit ein kleines Risiko ein. Aber auch das gehört zu Italien, wie wir wissen, und wir freuen uns, es hier in Charlottenburg wiedergefunden zu haben.

Sale e Pepe, Dahlmannstraße 19, Charlottenburg, Tel. 030/ 323 27 91, Mo bis So 12 bis 14.30 und 18 bis 24 Uhr geöffnet